Tätigkeitsbericht als Präsidiumsmitglied der Landesärztekammer Legislaturperiode 2008-2013

Auszug aus dem Kammergespräch mit Präsidiumsmitgliedern (Runder Tisch 3/2013):

 

Mit welchen Vorhaben und Zielen sind Sie in der Legislaturperiode 2008 – 2013 gegangen?

Als neues Mitglied der Delegiertenversammlung der LÄKH und des Präsidiums was mein primäres Ziel die Argumente und Sichtweisen von Ärztinnen und Ärzte meiner Berufsgruppe, die der Psychiater und Psychotherapeuten, aber auch aller  weiteren P-Fächer und ärztlichen Psychotherapeuten in den politischen Diskussionen zu vertreten und Entscheidungen mit zu gestalten. Dabei war es mir wichtig- sowohl innerhalb der Landesärztekammer als auch nach außen - die ärztliche Zuständigkeit für die Diagnose und Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen sichtbar zu machen.

 

Welche Schwerpunkte haben Sie gesetzt?

 

Einen Schwerpunkt meiner Tätigkeit sah und sehe ich darin, die Gesamtsicht von medizinischen, sozialen und gesellschaftspolitischen Aspekten als wichtige Aufgabe ärztlichen Handels aufzuzeigen und die Vielfalt unseres Fachgebietes - diese sogenannten P-Fächer – darzustellen. Mein besonderer Einsatz galt auch dem neu gegründeten Ausschuss „Ärztliche Psychotherapie“, der das Präsidium in allen Bereichen, die direkt oder indirekt mit Psychotherapie zu tun haben, berät.

Die Nachwuchsproblematik betrifft nicht nur die P-Fächer, sondern ist ein generelles Problem der Ärzteschaft. So kümmern wir uns im Ausschuss um Fragen der Weiterbildung und um Verbesserung der Fort- und Weiterbildungsordnung. Dabei haben wir auch die Veränderungen der heutigen Arbeits- und Lebensbedingungen von Ärztinnen und Ärzten im Blick und setzen uns für Neuerungen ein, die den gestiegenen Wünschen nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie entgegen kommen.

 

Worauf sind Sie besonders stolz?

Ein besonderes Anliegen war das Thema „Abstinenz und Wahrung von Grenzen im ärztlichen Handeln“, zu dem Psychotherapeuten viel beitragen können. Den Blick für Verletzung  der Abstinenz und für Grenzüberschreitungen zu schärfen, war besonders wichtig. Es freut mich, dass dieses Thema eine hohe Akzeptanz innerhalb der Ärzteschaft fand und sich die Kammer dieser Problematik angenommen hat.

Als ein wichtiges Zeichen dafür ist nicht nur die Aufnahme des Abstinenzgebotes in der neuen Berufsordnung, die in dieser Legislaturperiode verabschiedet wurde, sondern auch ein wichtiges Zeichen für die Offenheit in diesem Bereich ist die aktuell neu eingerichtete Ombudsstelle für Missbrauch in ärztlichen Behandlungen. Damit übernimmt Hessen und der vhvp eine Vorreiterrolle.

 

Welche Aufgaben stellen sich der Kammer in der Zukunft? Ihre Perspektiven für die neue Legislaturperiode?

 

Die Zukunft birgt vielfältige Aufgaben für die Kammer. Eine wichtige Aufgabe wird sein, dass wir Ärztinnen und Ärzte der Ökonomisierung der Medizin entgegen wirken und vor allem in diesem Bereich wieder mehr Selbstbewusstsein und Einfluss gewissen müssen.

Wo dauerhaft ausreichende medizinische Versorgung wirtschaftlichen Erwägungen untergeordnet wird, wächst die Gefahr, dass Medizin immer weniger dem Patienten dient. Viele solcher Strukturen wurden bereits zum Schaden der Patientenversorgung bereits etabliert - und es hängt auch sehr von uns Ärztinnen und Ärzte ab, ob diese Prozesse fortschreiten oder ob wir unserem ärztlichen Wissen auch dort Geltung verschaffen, wo gesundheitspolitische Entscheidungen getroffen werden.

 

Deshalb ist es wichtig in den Gremien der Landesärztekammer möglichst viele Mitstreiter zu haben, die gemeinsam  an diesen Zielen arbeiten können.

 

 

März 2013                          Dr.med.Alessandra B.Carella

                                           Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

                                           Sozialmedizin;

                                           Präsidiumsmitglied

                                           3te Vorsitzende vhvp ;

                                           Kandidatin Liste 2 „Ärztinnen Hessen“